INHALTE

Der Studiengang Master Parodontologie und Implantattherapie ist aus insgesamt acht Einzelmodulen aufgebaut, in denen die verschiedenen Themenbereiche auf dem Weg zu Ihrer Spezialisierung behandelt werden. Hier bekommen Sie einen kurzen Überblick über deren Inhalte sowie über die praktischen Übungen der Präsenzveranstaltungen.
GRUNDLAGEN UND DIAGNOSTIK
Der Start in den Studiengang: Beim ersten Treffen in Freiburg lernen sich die Teilnehmer untereinander sowie das Online-Team des Masters und die Studiengangsleitung persönlich kennen. Sie werden in den Ablauf und in die Arbeitsweisen des Studiengangs kompetent eingeführt. Der Umgang mit der Lernplattform und den verschiedenen Medien wird Ihnen vor Ort gezeigt und vermittelt.
Der fachliche Einstieg erfolgt mit der Epidemiologie und Klassifikation der Parodontalerkrankungen, der Erläuterung der verschiedenen Indizes und der Vorgehensweise bei der Befunderhebung und der Diagnostik. Praktische Übungen zur Befundung in kleinen Teams unter professioneller Anleitung festigen die erlernten Grundlagen. Im Kurs zur intraoralen Fotografie erlernen Sie die theoretischen und apparativen Grundlagen sowie die nötige Vorbereitung des Patienten und des Operationsfeldes. Im Anschluss fertigen Sie eigene professionelle Fotostaten an und üben die professionelle Bildbearbeitung.
Der Kurs „Grundlagen der wissenschaftlichen Methodik“ zeigt Ihnen, was Sie zur Erstellung Ihrer Masterthese benötigen. Sie lernen die verschiedenen wissenschaftlichen Datenbanken kennen und arbeiten sich in die effiziente Literaturrecherche im Internet ein. Außerdem werden Sie mit der Handhabung wissenschaftlicher Texte und deren Interpretation vertraut gemacht.

Technische Einführung - Epidemiologie – Indizes – Klassifikation von Parodontalerkrankungen – Parodontales Behandlungskonzept - Mundschleimhauterkrankungen - Fotokurs – Literaturrecherche
ANATOMIE
Dieses Modul umfasst eine Online-Selbstlernphase und eine anschließende Präsenzveranstaltung in Freiburg. Sie erarbeiten sich die Grundlagen der Anatomie unter professioneller Anleitung überwiegend am humanen Präparat im Anatomischen Institut der Universität Freiburg.
Sie haben die Möglichkeit, die Topographie der einzelnen Strukturen des Kopfes (knöcherne Struktur und Muskulatur von Mimik, Kauapparat, Zunge und Mundboden, Gefäß- und Nervverläufe sowie Versorgungs- und Innervationsgebiete) zu rekapitulieren. Im Hinblick auf Ihre eigene praktische Tätigkeit werden Sie außerdem parodontalchirurgische und implantologische Eingriffe zum Management der Weichgewebs-Ästhetik am humanen Präparat durchführen.
Unterstützend werden die histologischen Grundlagen aufgefrischt, und der makroskopische und mikroskopische Aufbau des Zahnhalteapparats wird detailliert beleuchtet.
Zellbiologische und molekularbiologische Grundlagen erarbeiten Sie sich auf anschauliche Weise während Ihrer Online-Selbstlernphase.

Strukturbiologie – Makroskopische Anatomie – Histologie – Präparationsübungen – Parodontalchirurgische Eingriffe am humanen Präparat
ORALE MIKROBIOLOGIE, PATHOGENESE UND PHARMAKOLOGIE
Hier erarbeiten Sie die Ursachen parodontaler Erkrankungen. Sie erlernen die Grundlagen der Bakteriologie und Mykologie und beleuchten die parodontale Infektion durch den Biofilm. Begleitend werden die Abläufe der Immunologie anschaulich aufbereitet und die neu erlernten Kenntnisse mithilfe von klinischen Beispielfällen angewendet. Zu den Inhalten dieses Moduls gehören unter anderem die Pathogenese der parodontalen Läsion, die bakterielle Koaggregation und die Mediatoren, parodontale Infektionstypen, parodontalpathogene Mikroorganismen und die mikrobiologische Spezifität parodontaler Erkrankungen.
Nach dem Durchlaufen dieses Moduls können Sie die komplexen Zusammenhänge verstehen und auf Ihre Patientenfälle übertragen. Sie erfahren mehr über den Einsatz mikrobiologischer Diagnostik und lernen, die resultierenden Befunde einzuschätzen.
Darüber hinaus werden in diesem Modul Pharmakokinetik und Pharmakodynamik praxisbezogen behandelt. Zur gängigen zahnärztlichen medikamentösen Therapie zählen vor allem Schmerzmittel und Antibiotika. Neben praxisrelevanten Hinweisen zur Einteilung der Analgetika, zu therapeutischen und gesetzlichen Voraussetzungen bei der Verordnung und zur Patientenaufklärung behandeln Sie die Wirkstoffe sowohl im Rahmen der adjuvanten als auch der prophylaktischen Therapie. Wissenschaftlich aktuelle und fundierte Aussagen über die Indikation bzw. Kontraindikation von lokaler und systemischer Antibiotikatherapie sind ebenso Thema wie Wirkspektren oder Nebenwirkungen der verschiedenen Präparate. Medikamentös bedingte Gingivaveränderungen sowie deren Ursache und Therapie sind ein weiterer Schwerpunkt des Moduls.
Das Besondere dieses Lernabschnitts ist die interdisziplinäre Beleuchtung der Parodontitis. Dies verhilft Ihnen zu einem praxisorientierten Verständnis der Entstehung und Therapieansätze parodontaler Erkrankungen.

Orale Mikrobiologie – Pathogenese-Immunologie – Pharmakokinetik - Antibiotika
PROPHYLAXE- UND BEHANDLUNGSKONZEPT
Wie diagnostiziere ich richtig und wie gestalte ich den Behandlungsablauf einerseits bei chronischer, andererseits bei aggressiver Parodontitis? Welche systemischen Erkrankungen haben Einfluss auf das Parodont und welche therapeutischen Konsequenzen ergeben sich für die Therapie? Diese Fragen spielen in Ihrem Praxisalltag eine wichtige Rolle. Um Sie erfolgreich beantworten zu können, vermittelt Ihnen das Modul eine strukturierte Vorgehensweise und bietet fundierte Hilfestellungen für

  • das Erkennen einer Behandlungsbedürftigkeit,
  • die Anwendung diagnostischer Hilfsmittel und ihrer Interpretation,
  • die Klassifikation parodontaler Erkrankungen und die Ausschaltung möglicher Risikofaktoren,
  • die Patientenmotivation durch Kommunikationstraining,
  • die Erarbeitung eines diagnoseabhängigen Behandlungs- und Prophylaxekonzepts für die eigene Praxis

Eine entscheidende Rolle für die Integration eines funktionierenden Behandlungskonzepts spielt auch die Prophylaxehelferin. Nutzen Sie die Möglichkeit und kommen Sie gemeinsam mit Ihrer Mitarbeiterin nach Freiburg. Profitieren Sie von einer Präsenzveranstaltung, die gleichermaßen auf Ihre Bedürfnisse und die Ihrer Mitarbeiterin abgestimmt ist.
In diesem Modul werden sie fit gemacht für das gesamte Aufgabenspektrum von der professionellen Zahnreinigung bis zur nicht-chirurgischen Parodontitistherapie.
Der Stellenwert der Erhaltungstherapie wird Ihnen anhand von Patientenfällen und von Daten aus der zahmedizinischen Forschung anschaulich vermittelt.

Prophylaxekonzept – nicht-chirurgische PA-Therapie – Ergonomie – Erhaltungstherapie - Risikofaktoren – Kommunikation – Liquidationsmöglichkeiten – Lasertherapie
CHIRURGISCHE PA-THERAPIE I
In diesem Modul steht das praktische Operieren im Vordergrund. Dafür stehen Ihnen ausgezeichnete Operateure aus Hochschule und Praxis zur Seite, die Ihnen die vielfältigen Möglichkeiten chirurgischer Parodontitistherapie nicht nur theoretisch, sondern vor allem praktisch und schrittweise vermitteln.
Sie werden sich intensiv mit den Indikationen und Kontraindikationen von resektiven, regenerativen und plastischen parodontalchirurgischen Eingriffen auseinandersetzen. Des Weiteren sollen Sie den gezielten Einsatz von Knochenersatzmaterialien, Schmelzmatrixproteinen und Transplantaten erlernen. Hierzu führen Sie umfangreiche praktische Übungen am Schweinekiefer inkl. verschiedener Lappendesigns und Nahttechniken durch. Dabei werden Sie von renommierten Praktikern betreut und angeleitet.
Zudem beinhaltet das Modul einen Kurs zum Notfallmanagement, der Sie befähigt, bei einem Notfall in der eigenen Praxis souverän und angemessen zu reagieren. Sie bekommen die Möglichkeit, unter der qualifizierten Anleitung eines Anästhesisten und Notfallmediziners theoretische Hintergründe zu rekapitulieren und praktische Übungen durchzuführen.
Im Rahmen des DVT-Kurses erlernen Sie die genaue Indikationsstellung und Interpretation einer DVT-Aufnahme. Außerdem erfahren Sie den Zusammenhang zwischen Diagnosefindung und der anschließenden Therapieplanung durch solche Aufnahmen.

Schweinekieferkurs – Notfallmanagement – Regenerative PA-Therapie – Resektive PA-Therapie – DVT-Kurs
CHIRURGISCHE PA-THERAPIE II
In diesem Modul eröffnen wir Ihnen die Möglichkeit, chirurgische Eingriffe an ausgewählten Patienten unter Supervision durchführen. Zuvor beschäftigen Sie sich nochmals mit der genauen Schnittführung, den verschiedenen Möglichkeiten der Durchführung parodontalchirurgischer Eingriffe und verschiedenen Nahttechniken. Bei der OP werden Sie selbstverständlich individuell und Ihren Vorerfahrungen entsprechend von fachlich kompetent und hochqualifizierten Operateuren angeleitet. Sie dokumentieren Ihren Eingriff, berichten anschließend im Fachplenum darüber und beurteilen die Erfolgsaussichten in der gemeinsamen Diskussion. Im weiteren Verlauf erhalten Sie regelmäßig Informationen über den Heilungsverlauf Ihres Patienten sowie das Operationsergebnis im Rahmen der postoperativen Kontrolltermine.
Das Kennenlernen verschiedener Komplikationen ermöglicht Ihnen außerdem ein effektives Misserfolgsmanagement und sensibilisiert Sie auch für die Grenzen des Möglichen.
Des Weiteren beinhaltet dieses Modul die richtige Betreuung von verschiedenen Risikopatienten, um mögliche Gefahren für den Patient aber auch für Sie selbst und Ihr Praxispersonal zu vermeiden. So wissen Sie genau, welche Vorsichtsmaßnahmen und Vorbereitungen Sie in diesen Fällen treffen müssen und können Notfallsituationen vorbeugen und auch bei diesen Patienten optimale Behandlungsergebnisse erzielen.

OP-Präsensveranstaltung – Schnittführung und Nahttechniken – Plastisch-ästhetische Chirurgie – Weichgewebsmanagement – Furkationstherapie – Risikopatienten - Knochenersatzmaterial
ÄSTHETIK & FUNKTION
Ästhetische Korrekturen vor allem im Frontzahnbereich können heutzutage mit Hilfe adhäsiv befestigter Kompositrestaurationen sowohl schnell und ästhetisch ausgeführt werden als auch zu dem gewünschten qualitativ hochwertigen Behandlungserfolg führen. In diesem Modul erhalten Sie umfangreiches Wissen über ästhetische Korrekturen der Zähne und des Zahnfleisches – beispielsweise durch den Einsatz von Epithesen. Sie erfahren, was im Bereich der ästhetischen Korrektur möglich ist und welche Therapie für welchen Patientenfall angewandt werden kann.
Des Weiteren werden funktionelle Aspekte des Behandlungskonzepts näher beleuchtet. So haben Störungen der Okklusion nicht nur Auswirkungen auf Kiefergelenk und Kaumuskulatur, sondern wirken sich auch maßgeblich auf das Parodont aus. So lernen Sie Fehlbelastungen zu erkennen und individuell für Ihren Patienten zwischen verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten den richtigen Therapieansatz auszuwählen. Auch hier arbeiten Sie interdisziplinär und lernen unter anderem kieferorthopädische Behandlungskonzepte kennen. Auch prothetische Ansätze werden besprochen und verschiedene Patientenfälle durchgeplant. Die ästhetische Zahnverbreiterung lernen Sie in „Hands-on“-Kursen kennen oder Sie bauen Ihre vorhandenen Kompetenzen zielgerichtet aus. Bei der begleitenden Präsenzveranstaltung üben Sie praktisch an Phantomköpfen und bekommen zahlreiche Tipps und Tricks zur besseren Umsetzung. Darüber hinaus bietet diese Präsenzphase Zeit für Diskussionen auf hohem fachlichem Niveau. Komplexe Behandlungskonzepte werden vorgestellt und intensiv besprochen. Auf Wunsch können Sie eigene Fälle mitbringen und mit Hilfe der renommierten Praktiker Behandlungskonzepte erarbeiten.

Epithesen - Verblockungen - Kieferorthopädische Behandlungsaspekte – Kronenverlängerungen - Okklusion - Prothetische Behandlungsaspekte - Fallplanung
IMPLANTOLOGIE
In diesem Modul erhalten Sie umfassende Kenntnisse über die Implantattherapie insbesondere vor dem Hintergrund möglicher vorausgegangener parodontaler Schädigung des Patientengebisses. Weitere Inhalte sind die Implantatprothetik und die postimplantäre Implantattherapie.
Implantatrelevante Strukturen der Anatomie werden rekapituliert. Die genaue Planung eines Implantats und eventuelle Vorbehandlungen durch Knochenaugmentation kommen ausführlich zur Darstellung. Sie erlernen die verschiedenen Operationstechniken zur Knochenaugmentation und erhalten einen Überblick über verschiedene Ersatzmaterialien und deren Indikation. Auch das Weichgewebsmanagement als wichtiger Bestandteil der Implantologie wird in diesem Modul behandelt.
Praktische Übungen zur 3D-Planung, zur computergeführten Implantatinsertion und schließlich das Setzen eines Implantats am Schweinekiefer ermöglichen es Ihnen, das Erlernte praktisch umzusetzen und zu üben.
Darüber hinaus erhalten Sie die Gelegenheit, in einer renommierten Praxis mit dem Schwerpunkt Implantologie zu hospitieren und sich so spezielle Patientenfälle anzusehen und die Behandlungsabläufe zu verinnerlichen.
Ein weiterer Schwerpunkt dieses Moduls stellt die Vermittlung aktueller Erkenntnisse zum Thema Periimplantitis dar. Die Pathogenese soll hier vertieft werden und derzeitige Herangehensweisen zur periimplantären Therapie zusammen mit renommierten Referenten auf diesem Gebiet erarbeitet werden.

Grundlagen Implantattherapie – Implantation im PA-geschädigten Gebiss – Implantatprothetik – postimplantäre Implantattherapie – Knochenaugmentation – Periimplantitis – Hospitationsmöglichkeit

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REBEKKA BALSAM

Universitätsklinikum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

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